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Baustellenmanagement à la Würzburg

Zwischen der Friedensbrücke und dem Berliner Ring wird aktuell die Radachse 3 ausgebaut – erfreulicherweise recht zügig und mit jetzt schon erkennbaren positiven Effekten für die Nutzung der wichtigen Verbindung. Weniger erfreulich ist leider das aktuelle Baustellenmanagement, das sich durch schlechte oder nicht vorhandene Umleitungsbeschilderung für Radfahrer und Fußgänger auszeichnet.

Wir sprechen gerade vom Abschnitt am Röntgenring zwischen Klinikstraße im Westen und Marienstraße im Osten: In beiden Abschnitten erfolgen seit geraumer Zeit – im Westabschnitt wegen Leitungsarbeiten bereits etwa Anfang Mai mit unterschiedlich ausgeprägten Baustellensituationen, im Ostabschnitt seit Mitte/Ende Juni – Arbeiten für die Umgestaltung des Rad-/Fußweges auf der Südseite (Fahrtrichtung Berliner Ring).

Auffällig ist die deutlich unzureichende Beschilderung der Umleitungssituation für Radfahrende und abschnittsweise auch für Fußgänger. Doch die Radachse ist Teil des Fernradwegenetzes (unter anderem Zubringer zum Bahnhof sowie für Radreisende auf dem Maintal-Radweg); daher wird diese Passage auch häufig von Ortsunkundigen genutzt. Die Folgen: Radfahrende weichen oft auf die Fahrbahn des Röntgenrings aus; Fußgänger finden teilweise überhaupt keine Umleitungsbeschilderung und müssen sich so durchschlagen.

Es folgen einige Bilder, um die Situation zu verdeutlichen. Die Bilder sind am 12. Juli 2020 entstanden und zeigen leider keinen aktuellen „Einzelfall“, sondern einen symptomatischen „Regelzustand“, der aufgrund des Umfangs und der sich laufend ändernden Gegebenheiten vor Ort – abhängig vom Fortgang der Bautätigkeiten – sehr augenfällig ist.

Auf dem Röntgenring, kurz vor der Ausweichroute durch die Klinikstraße: mangelhafte und vor allem vorschriftswidrige Beschilderung. Radfahrende weichen teilweise auf die Fahrbahn des Röntgenrings aus. Auch Fußgänger werden nicht auf die Alternative (eingerichteter Behelfsweg durch die Baustelle) über die Klinikstraße/Marcusstraße hingeweisen, um die Kaiserstraße zu erreichen.
In der Klinikstraße, kurz vor der Marcusstraße: Keinerlei Beschilderung. Für Ortsunkundige ein Unding. Wie sich die AGFK-Delegation wohl dazu äußern würde? Und zwei Falschparker – einer davon in einer Feuerwehranfahrtszone …
Marcusstraße: Auch „um‘s Eck“ kein Hinweis auf eine Umleitung für Radfahrende und eine Alternativroute für Fußgänger, um zur Kaierstraße zu gelangen.
Erst in der Bahnhofstraße steht „verschämt“ ein Hinweis auf eine Umleitung in die Wallgasse. Für wen die gedacht ist, wird aber nicht verraten.
In der Wallgasse kurz vor der Marienstraße: Auch hier ein Umleitungsschild ohne Bezug, für wen es gedacht ist und welche Ausweichroute es kennzeichnet. In der Marienstraße gibt es dann keinen Hinweis mehr.
Hier ist es besonders auffällig, daß im Umfeld der Marienstraße an den Einmündungen zur Wallgasse bzw. dem Haugerring die erforderlichen Schilder stehen um die Ausschilderung dem Sachverhalt nach in diesem Bereich sogar korrekt vorzunehmen. Nur für die „falsche Richtung“ – bezogen auf Radler – an den „falschen Stellen“.

Es ist dringend erforderlich, hier in Zukunft mehr Sorgfalt an den Tag zu legen, da durch solche Nachlässigkeiten von einer fortgesetzten Gefährdung von Personen auszugehen ist, die sich durch konsequente Umsetzung und Prüfung vermeiden lassen würde.

Wir leiten aus der Situation daher folgende Forderungen ab:

  • Die nachlässige Ausschilderung der Umleitung muss umgehend abgestellt und durch eine ordnungsgemäße Beschilderung nach geltendem Recht ersetzt werden.
  • Zukünftig sollten bei Baumaßnahmen die entsprechenden Empfehlungen der AGFK Bayern und Baden-Württemberg zugrunde gelegt werden.
  • Die beauftragten Unternehmen sollten dringlichst auf die Einhaltung hingewiesen werden; die Ausführung sollte zudem spätestens zu Beginn der Bauausführung überprüft werden. Mängel sollten reklamiert, und falls mit anderen Mitteln keine Abhilfe zu erreichen ist, Bußgelder verhängt werden.

Die Information über die Sachlage sowie unsere Forderungen sind einzelnen Stadtratsmitgliedern zugegangen. Wir sind gespannt, ob und wann Abhilfe erfolgt.

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