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Umzug mit Lastenrad? Challenge accepted!

Wir haben endlich eine größere Wohnung gefunden.

Der Umzug wird schon in einem Monat sein.

Aber wir haben kein Auto.

Die Wohnung ist nur 500 Meter weiter.

Sollen wir ein Auto mieten? Vielleicht sogar einen Transporter?

Aber wir haben doch ein Lastenrad! Und wir kennen noch ein paar mehr Cargobike-Besitzer. Und nicht umsonst gibt es den Hashtag #carryshitolympics, unter welchem man zahlreiche Beispiele findet, was sich so alles mit einem Lastenrad transportieren lässt. Also haben wir uns gefragt, wie weit man wirklich kommt. Und einen ganzen Umzug aus einer 65-Quadratmeter-Wohnung einer dreiköpfigen Familie nur mit Lastenrädern geplant und durchgeführt. (Fotos anklicken für Vollbild)

Sechs Lastenräder (fünf verschiedene Modelle) und ein entsprechender Anhänger des Radlogistikunternehmens Radboten halfen am Ende mit. Und das Beste ist: Es ist nicht ein Kraftfahrzeug zum Einsatz gekommen. Alle Helfer konnten dabei die Stärken und Schwächen der einzelnen Räder kennenlernen. Größere Objekte und Kisten passen zum Beispiel meistens besser auf die Modelle ohne bzw. mit abnehmbarer Kiste. Aber gerade zum Ende hin, wenn letzte Säcke, Blumentöpfe und andere Sonderformen transportiert werden müssen, konnten die Modelle mit Transportboxen trumpfen. Für die besonders großen und schweren Teile waren wir sehr dankbar für die Hilfe der Radboten, welche ihren großen Radanhänger mitgebracht hatten.

Kann ein Lastenrad eigentlich auch fliegen?

Ob wir verwunderte Blicke geerntet haben? Vielleicht. Aber vor allem haben wir viel Anerkennung bekommen. Insgesamt hat der Umzug sechs Stunden gedauert und wir sind uns ziemlich sicher, dass es mit einem Transporter nicht schneller gegangen wäre und schon gar nicht so viel Spaß gemacht hätte. Die vielen Lastenräder ließen sich parallel be- und entladen und konnten unabhängig voneinander fahren. Dadurch gab es quasi keine Wartezeiten. Außerdem war es möglich, direkt bis vor die Haustür der neuen Wohnung zu fahren, was mit einem Transporter nicht möglich gewesen wäre.

Dass unsere neue Wohnung nur 500 Meter weiter lag, war natürlich ein Vorteil, wobei das Fahrvergnügen hier fast schon zu kurz war. Aber unser erfolgreicher Umzug hat gezeigt, dass man mit Lastenrädern alles Mögliche transportieren kann. Und darum ging es uns letztlich: zu zeigen, dass es eben nicht immer ein Auto braucht. Unser Lastenrad selbst schauen wir seitdem übrigens noch verliebter an. Es ist einfach das beste Gefährt für unsere Bedürfnisse!

An dieser Stelle möchten wir uns noch mal ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern bedanken. Danke, dass ihr sofort Feuer und Flamme wart!

Wer sich jetzt weiter mit Lastenrädern und ihren Nutzungsmöglichkeiten auseinandersetzen möchte – kein Problem! Über die Initiative Freies Lastenrad kann man verschiedene Lastenräder im Stadtgebiet kostenfrei mieten und ausprobieren und auch beim Bündnis Verkehrswende jetzt bekommt man jederzeit eine Antwort. Professionelle Hilfe auf zwei Rädern bekommt ihr bei den Radboten.

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